Pressestimmen
Zum Stück: Stripsody / Das Medium
Zwei Frauen solo
"Zwei selten gespielte Einakter des zeitgenössischen Musiktheaters an einem Abend: das ist Versprechen und Herausforderung in einem. Das Antares-Musiktheater präsentiert als Gastspiel im Opernloft die minutenkurze Soloperformance "Stripsody" von Cathy Berberian mit Frauke Aulbert und das ohne Begleitinstrumente vorgetragene Stück "Das Medium" von Peter Maxwell Davies. Darin ist die höchst beeindruckende Susanne Sommer in einer komplexen Rolle zwischen Singen, Sprechgesang, Schreien und Flüstern zu erleben. Regie führte Martin E.G. Anhalt, der auch das Bühnenbild entwarf. "Stripsody" ist lustig wie ein bunter Kaugummi, "Das Medium" nahrhaft wie Schwarzbrot.
Tom R. Schulz, Hamburger Abendblatt
Zum Stück: Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte
Kurzweilige Kammeroper mit viel Charme
Charmant und kurzweilig hat Martin Anhalt die 70-Minuten-Oper im Eilbeker Opernloft inszeniert. Als Dr. P glänzt dabei Frank Valet mit spitzbübischem Charme und großer Stimme. Er verkörpert perfekt den Sieg der reinen Lebensfreude über die Macke. Seine exzellent Klavier spielende Gattin gibt Silke Willmann im kämpferischen, leicht überspannten Ton. Den Neurologen Oliver Sacks spielt und singt Markus Richter mit gekonnter britischer Reserviertheit.
Im Orchester erklingt dazu Nymans mit Schumann-Zitaten angereicherter, rhythmisch treibender Musikstrom. [...]
Ilja Stefan, Hamburger Abendblatt
Zuschauerkommentar
"Beeindruckend, tolle Sänger, irre Gegenläufe innerhalb der Musik und des Gesangs. Ein Genuss!"
"Kiunke", auf kulturclub.de
Zum Stück: Das Telefon / Miss Donnithorne's Maggot
Quasselstrippe trifft alte Jungfer
"[...] Menottis „Das Telefon oder Die Liebe zu dritt“ von 1947 ist ein unterhaltsamer Musik-Sketch über einen handzahmen Pantoffelhelden, der vergeblich versucht, der Quasselstrippe seines Herzens einen Heiratsantrag zu machen.
Aviv Weinberg überzeugte sängerisch und darstellerisch als eine Lucy mit Mundwerk, Oberweite und intellektueller Leere im XXL-Format. Clemens Gnad gab dazu den ödipal-fixierten Knaben mit der Physis und der Stimme eines echten Baritons. Eine halbe Stunde zum Schmunzeln. Einfach nett.
Klanglich und inhaltlich extrem war verglichen damit Davies’ Wahnsinns-Monolog „Miss Donnithornes Macke“ von 1974. Der Komponist taucht hier tief ein in die irre Gedankenwelt einer alten Jungfer, die inmitten vermoderter Erinnerungsstücke seit 30 Jahren ihren niemals stattgefundenen Hochzeitstag nachfeiert.
So erfordert die Partie der Miss Donnithorne eine Sängerin mit den Qualitäten einer Stimmperformerin und dem Mut zum klanglichen und darstellerischen Exzess. Frauke Aulbert bewies beides. Es war ihr Abend. [Eine] solide inszenierte Opernszene. [...]"
Ilja Stefan, Hamburger Abendblatt
Zuschauerkommentar
"Das Telefon und Miss Donnithorne's Maggot, abgetrennt durch eine Pause. Das Telefon, ein 2-Personenstück, heiter und leicht. Nach der Pause ein skurriles Einfrauenstück zeitgenössischer Musik, ganz schwer zu singen und beeindruckend gelöst. Das gute Orchester einbegriffen waren 10 Menschen auf der Bühne zu sehen. Ein besonderer Abend!"
"Deluge", auf twotickets.de
Zum Stück: Das Tagebuch der Anne Frank
Tagebuch einer erzwungenen Reifung
"[...] Zu Beginn der 90-minütigen Mono-Oper hüpfte sie noch munter wie ein Kind über die Bühne. Jetzt scheint sie, obwohl nur wenige Monate vergangen sind, um Jahre gereift. Sie weiß im Angesicht der ständig drohenden Todesgefahr die schönen Momente des Lebens zu schätzen. [...] Sie verlor ihre kindliche Unbeschwertheit, gewann aber eine Weisheit, die die meisten Menschen erst in einem viel späteren Lebensalter erreichen.
Die Musik von Grigori Frid unterstreicht diese Entwicklungen durch sehr eindringliche Klänge. Diana Piticas meistert die musikalischen Herausforderungen der Oper mit großer Sicherheit. Die Pianistin Nadia Belneeva begleitet sie einfühlsam am Klavier. Regisseur Martin Anhalt hat den Text und die Musik für sich sprechen lassen. Er benötigt dazu bei dem Gastspiel des Antares-Musiktheaters im Opernloft nicht mehr als einen Tisch, einen Koffer, eine sangesstarke Sängerin und viele Seiten Papier."
Birgit Schmalmack, hamburgtheater.de
"Dass Oper nicht kompliziert sein muss, zeigt Regisseur Martin Anhalt mit der Inszenierung von „Anne Frank“ nach Grigori Frid im OpernLoft: Das Stück über diese junge Frau, die davon träumte, Schriftstellerin zu werden, und deren Tagebuch nach der Ermordung durch die Nazis ein literarischer Welterfolg wurde, hat heute Premiere – verständlich inszeniert und mit klarer Dramaturgie."
Hamburger Morgenpost